Die Geschichte der Alexianer im Rhein-Sieg-Kreis

 

Die Anfänge der Alexianer im Rhein-Sieg-Kreis sind eng verbunden mit der Geschichte des „Hauses zur Mühlen“ im Ortsteil Kaldauen der Stadt Siegburg. Auf dem Gelände des Hauses befindet sich heute das St. Josef Seniorenheim.

 

„Haus zur Mühlen“ war ursprünglich ein mit Türmen ausgestattetes Mühlenanwesen aus Tuffstein. Erstmals erwähnt wurde es 1312 im Besitz der Abtei Michaelsberg. Das Haus war bis etwa 1806 mit dem Recht auf einen Sitz im bergischen Landtag versehen. Im 19. Jahrhundert wurde es in die rheinischen Provinzstände als Rittergut aufgenommen. Nach einer Nutzung als Kloster wird das Haus heute als Seniorenheim genutzt.

Das späte Mittelalter

Das Haus lag außerhalb des Siegburger Burgbannes und der Vogtei Wolsdorf auf dem Gebiet des Amtes Blankeberg. 1369 erhielt der Besitzer Ritter Johann von Attenbach durch den Herzog von Berg das Mühlenzwangsrecht für den Gerichtsbezirk Wolsdorf und die Dörfer Kaldauen, Schneffelrath, die Höfe an der Heide, Rodenbach, Schmitthof, Leyhorst und Junkersbroich.

Als die Ritter von Attenbach ausstarben, fiel das Burghaus im 16. Jahrhundert an die Herren von der Reven, die es wiederum im Jahre 1618 an die Herren von Gevertzhagen verkauften. Nachdem der letzte Spross der Familie 1690 bei der Belagerung von Kaiserswerth zu Tode gekommen war, fiel das Erbe nach dem Tod seiner Witwe an Philipp Adolf von Wittmann. Er wurde geisteskrank und das Gut musste versteigert werden.

Das Besitzerkarussell dreht sich

Neuer Besitzer wurde am 26. April 1735 Raban Wilhelm von Wecus. Erbe war seine Tochter Elise. Ihr Sohn, der Historiker Dr. phil. Friedrich Everhard von Mering, beschrieb das Haus, in dem er seine Kindheit verbrachte, folgendermaßen: „Zur Haustür kann man nur über eine Brücke in Stein gelangen.“

Nachdem das Haus als Erbe seinem Schwiegersohn, dem russischen Stabsrittmeister von Kezelli, zugefallen war, gelangte es 1827 in den Besitz Johann Neuhöffers. Das Besitzerkarussell drehte sich nun immer rasanter: 1845 ging der Besitz an den Topografen J. P. Weyer, 1846 an die Familie von Klitzing und 1857 an die Fürsten von Salm-Horstmar.

Die Alexianer übernehmen das Gut

Am 1. Juli 1930 kauften die Kölner Alexianer das Gut für 300.000 Goldmark als Gutsbetrieb für Land- und Viehwirtschaft. Noch im selben Jahr begann die Gemeinschaft mit dem Bau einer Kapelle, die am 2. April 1931 dem heiligen Josef geweiht werden konnte. Ein neues Wirtschaftsgebäude, ein Klostergebäude und ein Bettenhaus für etwa 100 Patienten wurden kurz darauf fertiggestellt. Damals waren die Gebäude vollkommen überaltert und regelmäßiges Opfer kleinerer Brände.

In dem über einem Torbogen gelegenen Klausurtrakt wurden ehemalige Neusser Patienten und Heimbewohner untergebracht. Ein geschlossener Klausurbereich konnte dadurch erst wieder in den 1980er-Jahren auf der zweiten Etage des Herrenhauses eingerichtet werden.

Ein Altenheim entsteht

Nachdem die landwirtschaftlichen Gebäude endgültig Opfer der Flammen geworden waren, errichteten die Alexianer in den 1970er-Jahren auf dem Gelände des ehemaligen Wirtschaftsbetriebes ein Altenheim für etwa 100 Bewohner. Sie wandelten das im Empire-Stil errichtete Herrenhaus in einen reinen Klausurbau um. Als sich im ersten Drittel der 1990er-Jahre der Konvent wegen Nachwuchsmangels auflöste, verlegte die Provinz das Noviziat im März 1994 nach Aachen.

1989 wurde das „Haus zur Mühlen“ durch einen moderneren Neubau ersetzt, das heutige St. Josef Seniorenpflegeheim. Im Jahr 1997 veränderten sich die Pflegesituation und die Belegungsstruktur, bedingt durch die eingeführte Pflegeversicherung. Eine weitere bauliche Maßnahme folgte, bei der unter anderem Dienstzimmer und Aufenthaltsräume gebaut wurden.

Anfang 1998 übernahmen die Alexianer zusätzlich das St. Paulus Seniorenpflegeheim in Bonn-Endenich, bauten es aus und erweiterten es. Dennoch konnte es aufgrund der gegebenen baulichen Bedingungen nicht langfristig als Altenheim genutzt werden. 2014 beendeten die Alexianer den Betrieb des Paulusheimes. Alternativ errichteten sie das neue Haus Elisabeth in Troisdorf, in das viele Bewohner des Paulusheimes mit umzogen.

Spezialisierte Einrichtungen für Pflegebedürftige und Senioren

Am 1. Juni 2008 eröffneten die Alexianer ein neues Pflegeheim in Siegburg, das St. Antonius-Haus. Es liegt in unmittelbarer Nachbarschaft des St. Josef Seniorenpflegeheims. Das St. Antonius-Haus ist die erste spezialisierte Einrichtung für Menschen mit Demenz im Rhein-Sieg-Kreis. Am 16. September 2008 wurde das Haus offiziell eingeweiht.

2012 begannen die Alexianer den Bau eines völlig neuen Pflegeheimes in Troisdorf mit umfassenden Angeboten für ältere Menschen und auch junge Pflegebedürftige. Anfang November 2013 zogen die ersten Bewohner in das neue "Haus Elisabeth" ein.

 

Kontakt

Alexianer Rhein-Sieg GmbH

Haus zur Mühlen
Alexianerallee 1
53721 Siegburg

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Fax: (02241) 389-313
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Alexianerbrüder

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